Schwarz-Grün auf Bundesebene eine „ernsthafte Option“

Tag der CDU mit Klaus Töpfer

Gerstensaft als Gastgeschenk: (v. l.) Langenbergs CDU-Vorsitzende Monika Düsing und Kreisvorsitzender Raphael Tigges überreichten dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer einen Präsentkorb voller Bierspezialitäten aus der Gemeinde. Bilder: Stephan
Gerstensaft als Gastgeschenk: (v. l.) Langenbergs CDU-Vorsitzende Monika Düsing und Kreisvorsitzender Raphael Tigges überreichten dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer einen Präsentkorb voller Bierspezialitäten aus der Gemeinde. Bilder: Stephan

Langenberg (eph). Für den ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer ist eine Koalition von CDU und Grünen auf Bundesebene eine ernsthafte Option. „Darin sehe ich gute Chancen, eine stabile und die Zukunftsfragen entscheidende Politik durchzusetzen“, sagte der aus seinem Wohnort Höxter mit der Bahn angereiste Umweltpolitiker gestern in Langenberg am Rand des „Tags der CDU“.

Die Parteifamilie zusammenbringen und sich über aktuelle Themen austauschen, nannte Kreisvorsitzender MdL Raphael Tigges in seiner Begrüßung das Anliegen des Aktionstags, zu dem er als Ehrengäste unter anderem den Bundestagsabgeordneten und CDU-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Ralph Brinkhaus, und den Landtagspräsidenten André Kuper (Bild) willkommen hieß.

„Die CDU im Spannungsfeld Umwelt – Wirtschaft – Soziales“ hatte der Kreisverband Gütersloh seinem prominenten Gastredner als Vortragsthema vorgegeben. Wer insgeheim gehofft hatte, Töpfer könnte Stellung beziehen zum Führungsstreit in der Partei oder zur gegenwärtigen politischen Entwicklung in Deutschland, sah sich enttäuscht. Auch wenn er frei sprach, hielt sich der schon mal als „oberster Umweltschützer der Uno“ bezeichnete Töpfer eng an seine thematische Vorgabe.

Und so spannte er einen weiten Bogen von der industriellen Revolution in der Heimat seiner schlesischen Vorfahren über die Enzyklika „Rerum novarum“ von Papst Leo XIII., das Nord-Süd Gefälle bei Einkommen und Durchschnittsalter in der Welt, den Zusammenhang von Wirtschaft und Umwelt bis hin zur gesellschaftlichen Verantwortung seiner Partei.

Ein zentrales Thema in seinem Vortrag war die Frage, wie eine die Schöpfung bewahrende Politik auszugestalten ist. In diesem Zusammenhang sprach sich Töpfer dafür aus, vor der Einführung neuer Steuern zum Klimaschutz erst einmal die Wirksamkeit der bestehenden Steuern genauer zu untersuchen. Dass Ökonomie und Ökologie einander nicht ausschließen, war eine weitere Botschaft des studierten Volkswirts und Umweltpolitikers. „Die Wirtschaft wächst auch durch die Beseitigung der Folgen von negativen Entscheidungen“, meinte Töpfer.

Zum Abschluss ein Gänseessen

Langenberg (eph). „Das Größte, das Deutschland geschafft hat, ist, die Solarenergie wettbewerbsfähig zu machen. Und bei Rauchgasentschwefelungsanlagen sind wir heute der Anbieter auf der Welt“, unterstrich Klaus Töpfer im Rahmen einer abschließenden Diskussion. Angesichts dieser Erfolge riet er dazu, weiter bessere Alternativen zu entwickeln. „Wenn wir nichts tun“, so der Ex-Minister, „treibt uns das in Konflikte, von denen wir uns heute noch kein Bild machen.“

Als Mittel für Veränderungen erteilte Töpfer dem Drehen an der Preisschraube und freiwilligen Erklärungen der Industrie eine klare Absage. Am besten geeignet sei stattdessen das Ordnungsrecht, wie es beispielsweise bei der Einführung des Katalysators angewandt worden sei. Töpfer: „Darüber spricht heute niemand mehr.“
Begonnen hatte der Tag der CDU im Gasthaus „Pütt’s“ mit einer von Diakon Karl-Heinz Klaus zelebrierten Andacht. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Gänseessen.

 

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