CDU | Langenberg
 
Presse
05.01.2019, 06:00 Uhr | Die Glocke vom 5.Januar 2019, Lars Nienaber Übersicht | Drucken
Offener Ganztag auf den Prüfstand
Trägerschaft im Fokus


Langenberg (gl). Die Offene Ganztagsschule (OGS) in der Gemeinde Langenberg ist zu teuer. Jedoch nicht für die Familien, deren Kinder das Angebot nutzen, sondern für die Gemeinde, die die Betreuung mit satten Zuschüssen aufrechterhält. Zu diesem Schluss war bereits im Sommer die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) in ihrem Abschlussbericht gekommen. Nach Ansicht der CDU-Fraktion im Langenberger Rat sollten nun Taten folgen. 



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Im Rahmen der Haushaltsdebatte hatten die Christdemokraten angekündigt, zu Beginn des neuen Jahrs einen Antrag zu stellen, und zwar dahingehend, die Trägerschaft der OGS am Grundschulverbund, wie von der GPA angeregt, neu auszuschreiben. Ziel ist es, die Zuschüsse an den Träger zu senken. Diese übersteigen den Eigenanteil, zu dem die Kommune verpflichtet ist, laut GPA derzeit bei weitem.
Kritisch bewerteten die Prüfer seinerzeit die hohen Fixkosten am Teilstandort Benteler, wo nicht nur die Teilnahmequote an dem Betreuungsangebot gering ausfällt. Auch die tatsächliche Zahl der OGS-Kinder liegt aufgrund der geringeren Schülerzahl weit unter der in Langenberg. Daraus ergibt sich, dass die kommunalen Zuschüsse bezogen auf den OGS-Schüler für den Teilstandort Schmeddingschule mehr als doppelt so hoch sind wie für den Hauptstandort Brinkmannschule.
„Da die beiden Standorte einen Grundschulverbund mit nur einer Leitung bilden, ist der Einsatz je einer OGS-Führungskraft an jedem Standort aus finanziellen Gesichtspunkten kritisch zu bewerten“, hatte die GPA zusammengefasst. Daher solle die Gemeinde über eine gemeinsame Leitung für beide OGS-Standorte mit dem Träger verhandeln.
Mit wieviel Geld die Gemeinde das Betreuungsangebot bezuschusst, ist dem Haushaltplan nicht ohne Weiteres zu entnehmen. Die Finanzdaten sind in dem 300-seitigen Zahlenwerk in der Rubrik „Grundschulverbund“ enthalten. Es wird somit nicht deutlich, was die OGS der Gemeinde Langenberg insgesamt kostet. Die CDU hat nachgerechnet: Mit 82 000 Euro greift die Kommune der Awo als Trägerin 2019 unter die Arme. Das bedeute einen Anstieg gegenüber 2018 um 48 Prozent.
Dass die Christdemokraten eine Neuausschreibung der OGS Trägerschaft fordern wollen, wie es auch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) angedeutet hatte, sei in keiner Weise mit einem Urteil über die geleistete Arbeit verbunden. Bemängelt werde ausschließlich das Geschäftsverhältnis zwischen Träger und Gemeinde. 

Immer mehr bleiben unter Freigrenze

Langenberg (lani). Ein Grund, warum die Zuschüsse der Gemeinde sogar trotz Erhöhungen der Beitragssätze steigen, ist die Zunahme von OGS-Schülern mit einem elterlichen Einkommen unterhalb der Freigrenze. Dies hängt laut GPAmaßgeblich damit zusammen, dass in Langenberg Flüchtlinge grundsätzlich das Angebot nutzen. Die 2017 in Kraft getretene Einkommensstaffelung mit einer angehobenen Freigrenze von 30 000 Euro hat die Situation noch verschärft.
Die Gemeinde Langenberg schöpfe den rechtlich zulässigen Höchstbetrag zudem nicht aus. Bislang sind ab einem Einkommen von 57 000 Euro für das erste Kind in der OGS monatlich 109 Euro zu zahlen. Dabei seien rechtlich bis zu 185 Euro drin. Die Prüfer schlugen auch vor, für die Ferienbetreuung zusätzlich einen gesonderten Elternbeitrag zu erheben. Ein solcher wird bislang nicht verlangt. Sollte der CDU-Antrag, der derzeit vorbereitet wird, mehrheitsfähig sein, wäre im Falle einer Neuausschreibung der Trägerschaft der OGS die gültige Kooperationsvereinbarung mit der Awo zu kündigen. Dies ist mit einer Frist bis zum 31. März zum Schuljahresende möglich. 



aktualisiert von Team Langenberg, 05.01.2019, 12:02 Uhr

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